Alle träumen vom großen Glück.
Aber kaum haben sie es gefunden und es wird alltäglich, beginnt etwas Merkwürdiges: Man fängt an, nach Fehlern zu suchen. Das Glück langweilt, es wird selbstverständlich. Egal ob in Beziehungen oder im beruflichen Kontext.
Dann scrollen wir durch Social Media – Plattformen, die uns seit Jahren dieselbe Idee verkaufen:
Es reicht nicht, ein Haus zu haben, du musst eine Villa besitzen.
Es reicht nicht, ein Auto zu fahren, es muss eine Luxuskarre sein.
9-to-5 ist oldschool, du brauchst einen Job, der dich mit minimaler Leistung reich macht.
Und ohne Studium, ohne Matura, nur mit einer Lehre? Dann bist du angeblich niemand.
Ja, das ist hart ausgedrückt.
Aber es ist die Realität.
Überall werden Maßstäbe gesetzt – für Erfolg, Beziehungen, Aussehen, Lebenswege. Und ja, es ist schön, Ziele zu haben. Aber keine, die uns von außen übergestülpt werden.
Träume deine eigenen Träume. Und vergiss dabei nicht, wertzuschätzen, was du bereits erreicht hast.
Wir sind ständig auf der Suche nach diesen fehlenden 10 Prozent.
Ich begegne so vielen Menschen, die mir ihre Situation schildern – und immer, wirklich immer, gibt es ein „aber“.
Ein Beispiel, das mir besonders oft begegnet:
„Ich bin in einer Beziehung, aber die Person gibt mir das und das nicht. Deshalb suche ich mir jemanden, der mir genau das gibt, was mir fehlt.“
Und genau hier möchte ich auf etwas Wesentliches aufmerksam machen.
Der Mensch an sich wird nicht mehr gesehen.
Nicht das Gute, nicht die Bemühungen, nicht das Herz, das dieser Mensch mitbringt. Der Partner wird reduziert – auf genau diese 10 Prozent, die er oder sie gerade nicht leistet.
„Es passt eh alles, aber diese eine Sache fehlt.“
Ja, es kann sein, dass in einer Beziehung zeitweise etwas fehlt.
Aber Beziehung ist keine Einbahnstraße. Beide tragen Verantwortung.
Beziehung ist Arbeit – an sich selbst und am Miteinander.
Uns wird oft erzählt, wahre Liebe müsse immer leicht sein.
Wird es schwierig, ist es toxisch. Dann müssen wir gehen.
Laut Medien müssen wir 24/7 glücklich sein, erfolgreich, reich, perfekt.
Aber so funktioniert das echte Leben nicht.
Das Leben ist nicht perfekt – es ist echt.
Es gibt schöne Tage.
Und es gibt schwere Tage, die uns daran erinnern, was wir brauchen, was wir lieben und was wir schätzen.
Während wir nach dem großen Glück suchen, sind wir oft so fokussiert auf das, was fehlt, dass wir all die wunderbaren Menschen und Dinge übersehen, die unser Leben längst lebenswert machen.
Niemand ist perfekt.
Wir sind es nicht – und wir können es auch von niemand anderem erwarten.
Hören wir auf, diese 10 Prozent zu jagen.
Und beginnen wir, uns auf die 90 Prozent zu konzentrieren, die unser Leben wirklich ausmachen.
Verfolge deine Träume – aber vergiss nicht, wo du herkommst.
Deine Wurzeln.
All das, was dir täglich Kraft gibt.
Wir glauben oft, wir könnten alles ersetzen. Der nächste Mensch sei besser, schöner, wertvoller.
Doch wer den 10 Prozent nachjagt, verliert manchmal den Rest.
Wer dauerhaft in Unzufriedenheit lebt, wird keine Erfüllung finden – sondern immer weiter im Mangel bleiben.
Richte deine Aufmerksamkeit auf die Fülle, die dich umgibt.
Das hat nichts mit Genügsamkeit zu tun, sondern mit Wertschätzung und Dankbarkeit für das, was dich trägt.
Löse Dinge, die dich belasten.
Aber verliere dabei nie den Blick für das Wesentliche.
Baue dein Leben um deine 90 Prozent – dann werden die fehlenden 10 Prozent irgendwann keine Rolle mehr spielen.
In diesem Sinne:
Lebt nicht dem Schein nach, sondern dem, was eure Herzen und eure Seele wirklich berührt.
Eure Ornella ✨